Expertenworkshop zu Enterprise Social Networks

Ein Highlight der nextcc15-Konferenz war der Expertenworkshop zu Enterprise Social Networks (ESN). Unter der Leitung von Prof. Alexander Rossmann diskutierten hochkarätige Speaker über den Status-Quo von ESN in deutschen Unternehmen und blickten auf die Herausforderungen, die die Zukunft bringen wird. Prof. Andrea Back von der Universität St.Gallen vertrat die Wissenschaftsperspektive in der Diskussion, während Markus Besch vom SocialMedia Institute von seinen reichhaltigen Erfahrungen aus der Praxis mit ESN berichten konnte. Abgerundet wurde das Team von Dr. Carsten Ulbricht von Bartsch Rechtsanwälte, der über rechtliche Fragestellungen in Bezug auf ESN Auskunft gab. Nachfolgend finden Sie die zentralen Ergebnisse zu den wichtigsten Diskussionsthemen.

Wie wichtig sind Enterprise Social Networks?

Die Experten waren sich einig, dass die Wichtigkeit unternehmensinterner sozialer Netzwerke weiter zunehmen wird. Nachdem Großunternehmen die Einführung von ESN bereits vorgenommen haben, werden sich als nächstes die Mittelständler mit dem Thema auseinander setzen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Vitalisierung der Kommunikationsplattformen ist es, die Mitarbeiter mitzunehmen, sie zu trainieren und ihnen den Mehrwert der Systeme aufzuzeigen. Die Menschen müssen die Möglichkeit haben, sich an die Funktionsweise der neuen Werkzeuge zu gewöhnen. Ein guter Ansatzpunkt für die Einführung sind Anwendungsfälle, in denen bereits ein latenter Bedarf nach vernetzter Kommunikation vorhanden ist.

Wie geht man mit dem Betriebsrat um?

Die Datenschutzstandards in Deutschland sind hoch und stellen eine große Herausforderung bei der Einführung von ESN dar. Daher ist es wichtig, die verschiedenen Stakeholder frühzeitig in den Einführungsprozess einzubinden und deren Bedenken und Interessen zu integrieren. Viele Betriebsräte unterstützen die Einführung, wenn die Vorteile für die Mitarbeiter anhand von eindeutigen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen aufgezeigt werden.

Wie funktioniert die Einführung im Mittelstand?

In mittelständischen Unternehmen ist die Unterstützung des Top-Managements eminent wichtig. Junge Führungskräfte und Digital Natives können als Botschafter für die Plattformen eingesetzt werden und die Mitarbeiter von den sich neu bietenden Kollaborationsmöglichkeiten überzeugen. Durch einen Einsatz von Piloten lassen sich Erfahrungen generieren, die auf andere Unternehmensbereiche ausgeweitet werden können.

Welche Einführungsmodelle gibt es?

Wenn die kritische Masse der Führungskräfte und Mitarbeiter erreicht wird, dann entsteht ein Sog-Effekt, der weitere Mitarbeiter auf die Netzwerke treiben kann. Zunächst sind Datenschützer zu überzeugen, anschließend lassen sich die Führungskräfte meist leichter ins Boot holen. Ein wichtiger Aspekt ist das Setzen von (Zeit-)Zielen bei der Einführung: So kann beispielsweise festgelegt werden, wann die gesamte interne Kommunikation ins Social Intranet gebracht werden soll.

Wie kann die Vitalisierung unterstützt werden?

Große Veränderungen in Unternehmen müssen übergeordnet angestoßen werden. An dieser Stelle ist das Governance Modell zu betonen. Die Vitalisierung selbst ist stark abhängig von der Unternehmensgröße. Viele Communities entstehen bei der Einführung von ESN, einige bewähren sich nicht und verschwinden wieder. Zudem ist die Vernetzung zwischen den verschiedenen Arbeitsprodukten wichtig: Während die Mitarbeiter auf den Tools weiterarbeiten, die sie schon kennen, kann für die Kommunikation und Diskussion eine Weiterleitung auf das ESN erfolgen.

Wie funktioniert die Erfolgsmessung?

Messbarkeit hängt eng mit der Managementfähigkeit zusammen. Jedoch sollten aus der Verfügbarkeit von Zahlen keine falschen Anreize entstehen, die für zusätzlichen Arbeitsaufwand sorgen. Auswertungen dürfen in der Regel nicht auf Ebene der einzelnen Personen erfolgen, sondern werden aggregiert vorgenommen. Eine Anonymisierung der Daten ergibt möglicherweise Sinn. Gamification bietet den Mitarbeitern eine Möglichkeit, den eigenen Aktivitätsgrad zu bestimmen – auch hier ist eine anonyme Auswertung vorzuziehen.

Wohin wird sich das Thema ESN weiterentwickeln?

ESN werden zukünftig zusätzlichen Platz im Unternehmen einnehmen. Möglicherweise wird eine Vielzahl von Tools parallel im Einsatz sein. Die Wichtigkeit wird weiter zunehmen und den Arbeitsalltag massiv verändern. Die Entwicklung des Digital Workplace wird spannend. Zudem wird die Grenze zwischen Intranet und Extranet durchlässiger.

Wir danken den Experten für Ihre wertvollen Beiträge und freuen uns auf weitere gemeinsame ESN-Projekte.

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